Reisebericht Lesbos 3 (ägäisches Meer)


Hinweis: da der Reisebericht recht lang geworden ist, wurde er in Unterkapitel aufgeteilt, die direkt angesprungen werden können!
Kapitel 1: Ankunft auf Lesbos (Molivos, Hotel Amfitriti, Eftalou)
Kapitel 2: Ambeila Beach, Golf von Kalloni, Molivos
Kapitel 3: Skala Sikamineas, Petra, Molivos
Kapitel 4: Kagia, Petra, Petri, Stypsi
Kapitel 5: Mythilini (Lesbos-Stadt), Moria (Aquädukt), Plomari
Kapitel 6: Molivos, Mythilini
Kapitel 7: Petrified forest (versteinerter Wald), Sigri, Skala Eressou (Sappho)
Kapitel 8: Petra, Molivos
Kapitel 9: Tsonia, Stypsi, Molivos, Abreise von Lesbos



Kapitel 3:

13.07.08
Pausentag für meine Freundin. Also machten Sebastian und ich uns mit der Enduro auf den Weg, die Gegend an der Nordostküste von Lesbos zu erkunden. Ab den heißen Quellen von Eftalou endete der Asphalt und bis Skala Sikamineas sollte dann der zu befahrende Untergrund aus festem Schotter mit faustgroßen Steinen bestehen. Für eine Enduro stellte das natürlich kein Problem dar, Roller ohne profilstarke Bereifung sollten die Strecke aber lieber meiden. Mit direktem Blick auf das türkische Festland schlängelte sich die Piste kurvenreich oberhalb der Küstenlinie entlang. Immer wieder entdeckte man unterhalb neue kleine menschenleere Kieselbuchten und fuhr an einsamen Häusern von Schafhirten vorbei. Bei einer Mini-Kapelle legten wir einen Schatten- und Trinkstopp ein, denn über 30 Grad im Schatten machten ganz schön durstig. Die obligatorische Wasserflasche (Kunststoff) hatten wir sowieso immer dabei. Tipp für alle, die gerne etwas Kühles trinken: Wasser vorher einfrieren; während der Fahrt taut es langsam wieder auf und man hat immer genug gekühlte Flüssigkeit. Hält auf jeden Fall länger kalt, als irgendwelche Alutaschen. Skala Sikamineas, Lesbos
Außer uns hatte sich so gut wie keine Menschenseele in diese einsame Ecke von Lesbos verirrt, deshalb waren wir um so erstaunter, als wir vielleicht zwei Kilometer vor Skala Sikamineas plötzlich versteckt zwischen Bäumen eine Taverne mit einigen Gästen entdeckten. Nachdem der Asphalt wieder begonnen hatte lag schließlich der Hafen von Skala Sikamineas vor uns. Der erste Eindruck war sehr einladend. Zahlreiche Tavernen lagen rund um das Hafenbecken und waren um diese Uhrzeit sehr gut besucht. Kaum ein Platz war noch frei und etliche große Fischplatten standen auf den Tischen. Skala Sikamineas war bekannt für seine besonders guten Fischgerichte. Wir suchten uns aber eine am Hafeneingang gelegene Taverne, in der es neben Getränken auch kleine Snacks und Sandwiches gab. Mit schönem Blick auf die im Hafen festgemachten Fischerboote und die kleine Hafenkapelle genossen wir die sommerliche Urlaubatmosphäre. Ein wirklich netter kleiner Hafenort. Als wir uns genug gestärkt hatten, schlenderten wir noch durch die kleinen Gässchen hinter dem Hafenbereich. Hier gab es nur noch ein paar Wohnhäuser und es wirkte plötzlich alles wieder total verschlafen. Kein Mensch begegnete uns. Scheinbar spielte sich das ganze Leben nur am Hafen ab.
Vorbei an dem oberhalb am Hang klebenden Hauptort Sikamineas ging es dann über eine gute Asphaltstrasse wieder Richtung Petra. Immer wieder zwang uns der tolle Ausblick dieser Panoramastrecke zum Anhalten. Zuerst konnte man den Blick über die Küste von Skala Sikamineas bis hin nach Eftalou und über das Meer auf das türkische Festland schweifen lassen. Ein paar Kilometer später bot sich die Aussicht auf die nördliche Küstelinie von Petra bis Molivos. Ein toller Anblick. Nicht so schön war zwischendurch mal der Anblick Molivos, Olive Press / Lesvoseines Areals von verkohlten Olivenbäumen. Hier hatte wohl mal ein Brand gewütet. Deshalb auch noch mal von uns die Bitte: werft nicht unachtsam Zigarettenkippen oder irgendwelche Flaschen (können wie ein Brennglas wirken) in die Umgebung; dies kann, abgesehen von der Umweltverschmutzung, unwiederbringlich die Natur und menschliche Existenzen zerstören!
Kaum wieder im Hotel Amfitriti in Molivos angekommen, sprangen Sebastian und ich erst mal in den Pool, um uns abzukühlen, bevor wir uns zusammen mit meiner Freundin auf den Weg zum Abendessen im Olive Press aufmachten. Wieder stand der Chef des Hauses mit seinem Ouzo-Faß vor der Taverne und bot uns den griechischen Anisschnaps und einen Tisch an. Nach einem fröhlichen „jammas“ folgten wir diesmal seiner „Lockung“. Wir hatten uns eh vorgenommen, heute dort zu essen. Direkt oberhalb des schmalen Kieselstrandes mit herrlichem Blick auf das Meer und den Hafen von Molivos wurde uns ein sehr leckeres Essen mit großen Portionen serviert. Der etwas höhere Preis war durchaus gerechtfertigt! Hier sollten wir noch öfter hingehen, denn nicht nur das Essen war super, sondern auch die Stimmung des Personals. Bei langsam im Meer versinkender blutroter Sonne und einer Flasche rotem Imiglikos genossen wir das Ende dieses Tages in der Taverne.


14.07.08
Heute wollten wir nach Petra fahren und unter anderem das Hotel Aegean View suchen, da Bekannte, die wir über unser Forum kennengelernt hatten, zwei Monate später dort ihren Urlaub verbringen sollten.Hotel Aegean View, Petra (Lesbos) Vorher mussten wir aber noch mal zur Post Reisecheques tauschen, da die Post in Molivos bekannterweise nur bis 14:00 Uhr geöffnet hatte und das Wochenende hinter uns lag. Schließlich „sattelten“ wir aber unsere Bikes und machten uns auf nach Petra, um dort der Küstenstraße parallel zum Strand zu folgen. Wenige hundert Meter, nachdem wir auf die Hauptstrasse Richtung Anaxos gestoßen waren, kam kurz hinter einer neu gebauten Tankstelle der Abzweig zum Hotel Aegean View. Am Ende einer ruhigen Sackgasse lag das terrassenförmig gebaute Hotel mit Pool und schönem Blick über Petra und weit über das Meer bis nach Molivos mit seiner Burg. (Hinweis: Fragen speziell zu diesem Hotel werden gerne in unserem Lesbos-Forum beantwortet).Kloster in Petra, Lesbos Eine tolle Lage für ein Hotel, nur zu Fuß brauchte man, wie wir später erfuhren, ca. 20 Minuten bis ins Zentrum von Petra. Genau dort sollte jetzt auch unser nächstes Ziel sein, das Wahrzeichen von Petra, der 35 Meter hohe Kirchenfelsen. Von der Strandstraße aus die richtige Gasse zu finden, die zum Felsen führte, war gar nicht so einfach, denn alles war sehr verwinkelt und teilweise mit merkwürdigen Verkehrsschildern gespickt. Schließlich fanden wir auf Höhe des Blue Sky Hotels die richtige Zufahrt. Über ca. 114 Stufen stiegen wir hoch zur Kirche. Währenddessen kamen uns andere Urlauber entgegen, die wohl das Hinweisschild am Anfang der Treppe nicht gelesen hatten; ein kurzer Rock und nackte Schultern sind beim Besuch von Kirchen in Griechenland nicht gern gesehen. Dies sollte man immer mit berücksichtigen, wenn man plant, eine Kirche zu besuchen. – Der Aufstieg hatte sich trotz der Mühen bei über 30 Grad im Schatten gelohnt. Wir wurden mit einem netten Blick über die Dächer von Petra und das Hinterland belohnt. Durch ein Tor in der Strand von Petra, Lesboswehrhaften Mauer gelangte man in den Innenbereich mit der üppig geschmückten Marienkirche Panagia Glykofilousa.
Während des Abstiegs machte sich bei uns der Hunger breit und so schlenderten wir durch die Gässchen auf der Suche nach einer netten Taverne. Erstaunlicherweise hatten einige Tavernen um die Mittagszeit geschlossen. Erst als wir wieder weiter Richtung Meer gingen, entdeckten wir eine urige Taverne, die geöffnet hatte. Unter einem Schatten spendenden Blätterdach stärkten wir uns, bevor wir die parallel zur Strandstraße verlaufende Geschäftsmeile besuchten. Hier fand sich ein vielfältiges Angebot: Mini-Märkte, zahlreiche Ouzo-Geschäfte, Läden mit Hüten und Taschen (vielfach Plagiate namhafter Firmen), Tavernen und vieles mehr. Wir konnten uns jetzt schon vorstellen, was hier nach Sonnenuntergang los sein würde. Aber dazu später mehr. Wir hatten jetzt Lust, ein Bad im Meer zu nehmen. Der Strand von Petra sah recht einladend aus: wenig Steine im Wasser (für Lesbos recht selten) und ein langer Sandstrand. Einziger Nachteil war, dass die Straße direkt dahinter verlief. Nach einer Abkühlung in den Fluten der Ägäis und einer Fußsohlenmassage bei einem Strandspaziergang am Wasser entlang (ganz feine Kiesel), fuhren wir zurück nach Molivos, um in unserer neuen Lieblingstaverne des Olive Press zu Abend zu essen.



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